Hundetötungen für den Eurovision Song Contest

Hundefänger tötet Hund - million actions
Hundefänger tötet Hund - million actions
Auch Aserbaidschan zieht nun mit Streunertötungen das mediale Interesse auf sich.

Anlässlich des 57. Eurovision Song Contests, einem internationalen Musikwettbewerb von Komponisten und Songwritern, kupferte sich die aserbaidschanische Regierung offensichtlich einiges vom derzeiten ukrainischen Vorgehen gegen Straßentiere ab. Begründet werden die „Säuberungsaktionen“ für das Musikfestival vom 22. bis 26. Mai, welches in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku statt finden soll, durch die vorgehaltene Notwendigkeit, Touristen und Anwohner vor Angriffen und Krankheit durch streunende Tiere zu schützen.

Hundefänger töten Welpen vor einer Schule

Am heligten Tage werden Hunde von Hundefängern durch Gewehre verletzt, und – um keine teure Munition zu verschwenden – tot geschlagen und entsorgt. Es soll sogar zu Welpentötungen vor Schulen gekommen sein. So heißt es, Kinder haben sich vorher noch um die Hundekinder gekümmert, bevor sie zusehen mussten, wie jene getötet wurden. Wahllos suchen die Hundefänger sich ihre Opfer und schießen auf alles, was den Verdacht erweckt, ein Straßentier sein zu können, so Azer Garayev, ein Vertreter der aserbaidschanischen Gesellschaft für den Schutz der Tiere.

Sanan Niftaliyev, Leiter der Abteilung für Tierangelegenheiten, bestätigte die Säuberungsaktion anlässlich des Eurovision Song Contests, betonte aber: “Es würden ja lediglich kranke Hunde von den Hundefängern getötet werden und alle Straßenhunde würden vom Amtstierarzt der Stadt kontrolliert”. Statistiken und Zahlen wurden auf medialer Anfrage und auf Bitten von Tierschützern allerdings vorenthalten. Neben Tötungsabsichten wurde auch bekannt, dass die Stadt Baku ein Sondierungslager („Polygon“) für die Straßenhunde plane. Dies ging aus Gesprächen mit dem Ahmed Memmedow dem Leiter der lokalen Ordnungsbehörde heraus.

Auffanglager für Hunde ohne Adoptionsmöglichkeit geplant

Offiziell dient dieses Lager dazu, die Tiere zu sammeln. Anschließend sollen sie gegen Tollwut geimpft werden. „Die alten Hunde werden schlussendlich eingeschläfert und verbrannt“. Welche Organisation sich um die Tiere kümmern wird, scheint noch unklar zu sein. Einen wirtschaftlichen Zweck hat Memmedow für die ansonsten 'nutzlosen' Straßenhunde schon gefunden. Durch - wie er sagt - „Pflege“ der Straßenhunde im Polygon wird sich die Fellqualität verbessern und sich vielleicht ein rentables Geschäft erschließen lassen. In der Ukraine wurden Straßentierfelle für Schuheinlagen von Militärstiefeln verwendet. Für den Bau des Geländes sei offiziell noch kein Grund erwählt wurden. Gewünscht sei aber ein von der Stadt abgelegener Platz. Adoptionen werden nebenbei bemerkt vollkommen ausgeschlossen.

Tierschützer protestieren, derzeit noch ohne erkennbare Wirkung

Eine Petition mit über 7.000 Unterschriften wurde bereits gegen die Tötungen eingereicht und auch zur Kenntnis genommen, Sanan Niftaliyev erklärte in einer offiziellen Stellungnahme hierzu: „Wir sind uns der Petition bewusst. Aber die Unterzeichner müssen verstehen, dass wir uns um die Sicherheit der zu erwartenden Gäste zu kümmern haben“. In der Stadt Otan wurden bereits mindestens 7.016 Straßenhunde getötet. Anwohner töten ebenfalls die Straßentiere. Aserbaidschan geht offenbar das selbe Risiko ein, wie auch die Ukraine, die anlässlich für die EM Säuberungsaktionen für ein aufpoliertes Image durchzieht. Offenbar sieht man keine Bedrohung in Tierschützern, die zu Protesten und Boykotten der Veranstaltung aufrufen, oder man hat diese nicht bedacht. Einen offenen Brief an den aserbaidschanischen Präsidenten und wichtige E-Mail Adressen finden Sie hier. Verschiedene Online Petitionsseiten wie Change.org oder OpenPetition.de führen zum Thema bereits Petitionen. Für das Versäumen umgreifender Maßnahmen, mit denen man sich früher hätte schon effektiv der Streunerproblematik annehmen hätte können, müssen nun die Straßentiere, die sich ihr Schicksal nicht ausgesucht haben, bluten.

Quellen: million-actions.de

Incognito., Jonny Labrada

Jonny Labrada Ramirez - Meine Interessen sind sehr themenspezifisch. Ich versuche schwere Materie leserfreundlich aufzuarbeiten. Grenzen dabei gibt es für ...

rss
Hilfreich?